Wer das Ziel will, muss auch den Weg gehen

Seit den 1970er Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen großen Aufschwung erlebt. Diesen Weg wanderte der, mittlerweile 82-jährige, Helmut Rihm aus Hagenbach im Alter von 70 Jahren. Seine Erlebnisse auf dem Camiño trug Herr Rihm am 16.02 im ASB-Seniorenzentrum Hagenbach lebendig den aufmerksam lauschen Seniorinnen und Senioren vor. Sein Fazit aus seinen Erlebnissen: „…ich wurde erst auf dem Weg zum Pilger…“.

RIHM 1.JPGAls Jakobsweg "Camino de Santiago", galicisch: Camiño de Santiago) wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das angebliche Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) zum Ziel haben. In erster Linie wird darunter der Camino Francés verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab führt und die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet. Diese Route, so wie sie heute noch begangen wird, entstand in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts.

Ein Pilgerführer des 12. Jahrhunderts, der im Jakobsbuch (lateinisch Liber Sancti Jacobi), der Hauptquelle zur Jakobusverehrung im Hochmittelalter, enthalten ist, nannte für den französischen Raum vier weitere Wege, die sich im Umfeld der Pyrenäen zu einem Strang vereinigen. Nach der Wiederbelebung der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in den 1970er und 1980er Jahren wurde der spanische Hauptweg 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Seit den 1970er Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen großen Aufschwung erlebt. 1982 besuchte Papst Johannes Paul II. Santiago de Compostela und rief im Rahmen einer großen „Europa-Feier" den alten Kontinent auf, seine Wurzeln wieder zu beleben. Der Europarat erklärte 1987 den Weg zum ersten europäischen Kulturweg. Wurden damals gut 3.000 Pilger pro Jahr registriert, waren es im Jahr 2003 über 74.000 aus allen Ländern der Erde. 2004, ein Jahr später, waren es bereits 179.932. Sie haben entweder den ganzen Weg oder den Weg durch Spanien, mindestens aber die letzten 100 Kilometer der Strecke zu Fuß oder zu Pferd oder die letzten 200 Kilometer per Fahrrad zurückgelegt. Dies wird mit Stempeln von einzelnen Stationen in einem Pilgerausweis verzeichnet und berechtigt zur Nutzung der preisgünstigen Pilgerherbergen und zum Tragen der entsprechenden Abzeichen. In Santiago erhalten die Pilger eine Urkunde, die Compostela.

Diesen Weg wanderte der, mittlerweile 82-jährige, Helmut Rihm aus Hagenbach im Alter von 70 Jahren. Vorgenommen hatte er es sich 2 Jahre zuvor, im Alter von 68 Jahren. Seine Erlebnisse auf dem Camiño trug Herr Rihm am 16.02 im ASB-Seniorenzentrum Hagenbach lebendig den aufmerksam lauschen Seniorinnen und Senioren vor. Begleitet wurde sein Vortrag von den wunderschönen Fotos, die er während seiner vielwöchigen Pilgertour gemacht hatte. Herr Rihm wanderte den kompletten Weg von ca. 2.500 km ab Lyon bis zum Ende des Jakobswegs Kap Finisterre, dem „Ende der Welt“. Besonders eindrücklich berichtete Herr Rihm mit leuchtenden Augen von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft die er auf seinen drei Etappen mit jeweils 6-7 Wochen Dauer von den Einheimischen und Mitpilgern erfuhr. Sein Fazit aus seinen Erlebnissen: „…ich wurde erst auf dem Weg zum Pilger…“.

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Hr. Rihms Vortrag war der Beginn einer Serie von Vorträgen von seinen vielen Reisen im ASB-Seniorenzentrum Hagenbach. Dazu sind dann auch künftig externe Gäste herzlich eingeladen.